Hypnosystemik

Was ist hypnosystemisches Coaching?

Das hypnosystemische Arbeitskonzept wurde ursprünglich von Dr. Gunther Schmidt, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Leiter des Milton-Erickson-Instituts in Heidelberg, entwickelt. Er war der Erste, der die systemischen Modelle mit Methoden aus der Erickson`schen Hypnotherapie zu einem ganzheitlich-lösungsfokussierenden Konzept verbunden hat.
In der hypnosystemischen Therapie lassen sich die Vorteile beider Therapierichtungen nutzen. Mittels Hypnose kann auf der Ebene des inneren Erlebens gearbeitet werden. Dabei werden die unwillkürlichen Prozesse (das Unterbewusstsein)  besonders berücksichtigt, die einen Großteil unserer Denkens und Handelns bestimmen. Die systemischen Methoden richten ihr Augenmerk auf die interaktion im Außen, auf das zielgerichtete Umsetzen von Veränderungen im jeweiligen Lebenssystem mit allen Kompetenzen und Ressourcen, die einem Menschen zur Verfügung stehen.

Im folgenden möchte ich zu den beiden Hauptrichtungen, der Systemischen Arbeit und der Hypnotherapie noch ein paar für mich relevante Punkte erwähnen.

Systemische Therapie und Coaching

Der systemische Ansatz in Therapie und Coaching sieht den einzelnen Menschen als Teil des Systems, in dem er lebt. Jeder Mensch steht in ständiger Wechselwirkung mit den anderen Beteiligten des Systems, und alle beeinflussen sich gegenseitig durch ihre Kommunikation und ihr Verhalten. In jedem System (wie Familie, Beruf, etc.) etablieren sich Regeln und Muster, die sich im Umgang miteinander bewährt haben und das System stabil halten. Störungen bzw. Veränderungen im System wirken sich entweder direkt auf die einzelnen Beteiligten oder auf die Beziehungen untereinander aus. Bei negativer Auswirkung kann sich ein Ungleichgewicht im System beispielsweise in problematischem Verhalten oder auch Krankheitssymptomen einzelner Personen zeigen.

Systemisches Vorgehen ist lösungsorientiert.

Im Vordergrund einer systemischen Therapie oder Beratung steht der Fokus auf einen gewünschten Zielzustand bzw. ein gewünschtes Erleben einer oder mehrerer Personen. Welche Veränderungen müssen angestoßen werden, damit eine spürbare Verbesserung der Lebenssituation eintritt? Dabei geht es in erster Linie um Veränderungen im zwischenmenschlichen Miteinander, in der Beziehungsgestaltung, der Kommunikation und Verhaltensweisen. Im lösungsfokussierten Gespräch werden Lösungswege erarbeitet, wie das gewünschte Ziel erreicht werden kann und mit welchen Kompetenzen und Fähigkeiten sich das bestmöglich unterstützen lässt. Dabei ist wiederum die systemische Sichtweise sehr wichtig. Wie wirkt es sich auf das System aus, wenn eine bestimmte Person zukünfltig  auf der Grundlage ihres Lösungsweges agiert? Wie werden sich die anderen Beteiligten im System daraufhin verhalten? War eventuell das ursprüngliche Problem in bestimmten Situationen wichtig und stützend für das System, und wodurch wird das System jetzt stattdessen stabilisiert? Der Lösungsweg muss alle Auswirkungen mit einbeziehen, damit eine nachhaltige Umsetzung möglich wird.
Die systemische Therapie ist seit 2008 vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie aufgrund der überzeugenden Datenlage zur Wirksamkeit als psychotherapeutische Behandlungsmethode in Deutschland anerkannt.

Systemische Aufstellungsarbeit gibt neue Perspektiven.

Eine sehr effektive erlebnisorientierte Methode in der systemischen Arbeit sind Aufstellungen. Am bekanntesten sind sie in Form der Familienaufstellungen, lassen sich aber für jedes beliebige System oder verschiedene Kontexte anwenden (Organisationsaufstellungen, lösungsfokussierte Aufstellungen, etc.) Bei einer Aufstellung wird ein inneres Bild (eine innere Perspektive) des Klienten als äußeres Bild sichtbar gemacht. Dies kann durch die Aufstellung von repräsentierenden Personen im Raum geschehen oder auch durch Figuren oder andere Platzhalter. Durch die veränderte Perspektive auf sein Thema kann der Klient tiefe Einsichten und Erkenntnisse gewinnen und im Außen mit verschiedenen Lösungswegen experimentieren. Aufstellungen bilden häufig den Anstoß für innere

 Die Hypnotherapie

Die Hypnotherapie ist eine Methode zur Aufmerksamkeitsfokussierung auf das innere Erleben. Jeder Mensch kann das in Form der Selbsthypnose auch ganz alleine (ohne Therapeuten) praktizieren. Mit Hilfe geeigneter Techniken wird ein entspannter Zustand auf körperlicher Ebene (spürbar durch Atmung, Puls, Muskeltonus) induziert, gleichzeitig lenkt man die Aufmerksamkeit sehr intensiv auf innere Bilder, Vorstellungen und Erinnerungen. Dabei werden Außenreize weitestgehend ausgeblendet, und man erlebt subjektiv einen veränderten Bewusstseinszustand.
Die veränderte Gehirnaktivität lässt sich mithilfe moderner bildgebender Verfahren wie EEG, PET und fMRT auch belegen. Es treten vermehrt langsame Hirnwellen auf (ein Zustand zwischen Schlaf und Wachsein), und bestimmte Regionen in der Hirnrinde und im Mittelhirn, die für Aufmerksamkeitssteuerung, Wahrnehmung und Entspannung zuständig sind, zeigen Aktivität. Lern- und Erinnerungsprozesse im Unterbewusstsein werden angesprochen und bildhafte Verarbeitungsprozesse besonders unterstützt. Dies ist der Grund dafür, dass man in einem solchen tranceartigen Zustand besonders empfänglich für Suggestionen, Bilder und Methaphern ist. Der analytische Anteil des Verstandes wird zugunsten des assoziativen gedämpft, was die erhöhte Kreativität der Gedankengänge und Lösungsfindungen erklärt.
Alles in allem also kann man sagen, der Trancezustand ist eine ideale Voraussetzung für die Arbeit an gewünschten Veränderungsprozessen, da das Bewusstsein und das Unterbewusstsein dann in idealer Art und Weise zusammen agieren können.

Besonders erfolgreich getestete Anwendungsgebiete der Hypnotherapie sind:

  • Ängste und Phobien
  • psychosomatische Beschwerden (Magen/Darm, Herz/Kreislauf, Atmung, Haut)
  • Stress, innere Unruhe
  • Erschöpfung (auch Burnout)
  • Schlafstörungen
  • Rauchentwöhnung
  • Gewichtsreduktion
  • Essstörungen
  • Migräne